EUC-Schutzkleidung

Safety first!

Das gilt natürlich auch (oder besser: Erst recht!) beim Fahren mit einem EUC. Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h erfordern nicht nur ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit, sondern insbesondere auch ein Augenmerk auf die eigene Sicherheit.

Was (und warum) ich an Schutzkleidung- bzw. Zubehör benutze, möchte ich in diesem Beitrag einmal vorstellen.

Wir beginnen der Reihe nach, von oben nach unten. 😁

Helm

Die Auswahl des richtigen Helmes hängt von vielen, auch persönlichen, Faktoren ab. So gibt es Helme für alle Bereiche, angefangen von einfachen Fahrradhelmen (Halbschalen) bis hin zu (schweren) Motorradhelmen.

Ich habe mich für einen Helm nach folgenden Kriterien entschieden:

  • Fullface – Zähne sind teuer und im schlimmsten Sturzfall ist das Gesicht das erste mit dem ihr auf dem Boden aufschlagt!
  • Modularer Aufbau – ich wollte zumindest die Option, bei schönem Wetter, Fahrten mit sehr kleiner Geschwindigkeit oder auch Pausen, einen Helm zu haben, den ich nicht unbedingt komplett absetzen muss.
  • Heller Farbton – für bessere Erkenn- bzw. Sichtbarkeit.
  • Leicht! – Das Gewicht eines Helmes sollte man auch nicht unterschätzen – 1kg auf dem Kopf zu tragen kann nach einiger Zeit schon ziemlich unangenehm werden, gerade wenn man ggfs. Offroad unterwegs und mit vollem Körpereinsatz dabei ist.

Ich habe mich dann für einen Helm von Ruroc entschieden. Eigentlich sind es Helme für Snowboard- oder Skifahrer, allerdings haben diese auch eine Zertifizierung für den Skateboard-Bereich.

Ich hatte mir dann einige Reviews angeschaut und mit meinen Anforderungen verglichen. Das Modell, für das ich mich entschieden habe (RG1-DX Trinity), erfüllt diese in vollem Umfang. Der Helm ist leicht (700g), kann modular (mit/ohne Brille oder mit/ohne Kinnschutz) getragen werden und kommt als Komplettpaket – in meiner Wunschfarbe weiß (andere Farben gibt es aber natürlich auch).

Ich trage den Helm eigentlich auf jeder Fahrt. Meist auch mit Brille (gerade dann, wenn es sehr sonnig ist). Den Kinnschutz habe ich immer aufgesteckt.

RG1-DX Trinity (Bildquelle: Ruroc)

Er hat auf Anhieb gepasst, drückt nicht und ist (mir) nicht zu schwer oder schränkt mich ein. Woran man sich allerdings gewöhnen muss, ist die durch die Brille seitlich und nach unten (leicht) eingeschränkte Sicht.

Wer darauf viel Wert legt, ist mit einem Crosshelm ggfs. besser bedient. Mir persönlich gefällt dabei die nach vorn spitz-zulaufende Form nicht so gut und es gibt offenbar auch nur wenige Modelle die modular aufgebaut sind.

Man merkt schon, die Auswahl eines Helmes ist, je nach Anforderung, nicht unbedingt einfach und erfordert ein wenig Zeit.

Ich würde empfehlen, hier nicht am falschen Ende zu sparen. Ein Halbschalen-Helm für 30 Euro mag luftig sein, kaum stören oder auffallen… trotzdem: Tut euch den Gefallen – verzichtet auf so etwas und benutzt gleich einen richtigen Helm. Insbesondere, wenn ihr beabsichtigt schneller oder sehr gewagt zu fahren – dann sollte es in jedem Fall ein Fullface-Helm sein. 🤓

Ellenbogenschoner

Beim Fahren mit einem EUC ebenfalls ein unverzichtbarer Teil der Schutzkleidung – Ellenbogenschoner.

Hier gibt es eine recht vielfältige Auswahl. Ich habe mich für das Modell „Ambush“ von Race Face entschieden. Die Schoner haben eingebaute D3O-Protektoren und liegen preislich im oberen Mittelfeld.

Eingebaute D3O-Schutzprotektoren sind für mich unverzichtbar, ich würde dementsprechend auch nichts anderes empfehlen. Sicherlich gibt es auch günstigere Varianten (z. B. mit Plastikaufsatz). Da ich derlei Modelle allerdings aus der Vergangenheit kenne, kann ich zumindest sagen, das solche Schoner nicht unbedingt eine lange Lebensdauer (je nach Einsatzszenario) haben und schon nach kurzer Zeit ziemlich „verlottert“ aussehen.

Race Face „Ambush“ Ellenbogenschoner (Bildquelle: Race Face)

Handschuhe

Hier hatte ich mich nach einer Empfehlung auf YouTube für ein Standard-Modell von Mechanix entschieden. Eigentlich sind es ganz normale Arbeitshandschuhe und diese verfügen auch nicht über besondere Schutzvorkehrungen für Finger o. ä. (solche Modelle gibt es aber natürlich auch).

Ich bin bei der Auswahl der Handschuhe allerdings etwas eingeschränkt (dazu kommen wir etwas weiter unten), daher brauchte ich ein leichtes Modell.

Mechanix-Handschuhe – „The Original®“ (Bildquelle: Mechanix)

Ich würde immer empfehlen, Handschuhe zu tragen. Die Hände sind (mit) das erste, das den Boden berührt sollte es zum Sturz kommen. Und ganz egal, ob Asphalt oder Sand – selbst mit (günstigen) Handschuhen erspart ihr euch damit Abschürfungen, die Wochen brauchen um wieder zu verheilen.

Handgelenkschoner

Der Grund, warum ich mich für doch relativ „leichte“ Handschuhe entschieden habe (bzw. entscheiden musste), liegt in meinen Handgelenkschonern begründet.

Kurz zur Vorgeschichte: Ich hatte mir bereits beide Handgelenke gebrochen. Einmal bei einem Sturz mit dem Scooter und einmal beim Sport. Ich bin also nicht nur vorbelastet, sondern weiß genau, wie schnell Handgelenke tatsächlich brechen können und das es dafür weder große Geschwindigkeiten, noch besonders große Krafteinwirkung braucht. Immerhin tut es nicht weh, soviel kann ich verraten. 😅

Ich hatte hier noch ein Paar von diesen Standard-Handgelenkschonern. Kennt sicherlich jeder, die mit der eingebauten Plastikbrücke an der Handinnenseite. Diese hatte ich zum üben genutzt – und sie kamen dabei auch reichlich zum Einsatz.

In Kurzfassung: Für mich taugen sie (auf Dauer) nicht. Das „Überknicken“ der Handgelenke ist damit immer noch möglich, außerdem traue ich der Plastikveranstaltung nicht, erst reicht nicht bei einem wirklich harten Sturz.

Ich habe mich Endeffekt tatsächlich (aufgrund der Vorbelastung) im hochpreisigen Bereich umgesehen. Ich kann einfach kein gebrochenes Handgelenk gebrauchen. Auto fahren, Training im Gym… alles müsste wochenlang pausieren. Danke, Nein.

Ich habe mich Endeffekt und auf zahlreiche Empfehlungen im EUC-Forum für das Modell „Flexmeter Wrist Guard Double Sided D3O“ von Demon entschieden.

Demon Flexmeter Wrist Guards (Bildquelle: Demon)

Ja, der Preis (80 Dollar/Euro) ist schon eine Hausnummer. Die Teile übrigens auch. Daher auch die doch eher leichten Handschuhe (siehe oben), denn diese ziehe ich zuerst an und ziehe die Handgelenkschoner anschließend darüber. Das wäre mit dickeren (Sicherheits)-Handschuhen nicht zu machen.

Die Schoner selbst haben oben und unten eine D3O-Basis, sind flexibel und knicken bei einem Sturz mit und verhindern so das Um- bzw. Einknicken, das im Endeffekt zum eigentlichen Bruch führt. Die Hand selbst lässt sich weiterhin (eingeschränkt) bewegen, am Handgelenk selbst sitzen sie sehr eng (so wie es sein soll). Es ist nicht wirklich unangenehm, aber man merkt schon, das man die Schoner trägt. In kurzen Pausen hat es sich daher bei mir bewährt, die beiden Spannbänder ein wenig zu lockern und erst mit Weiterfahrt wieder festzuziehen, das nimmt den Druck zwischendurch ein wenig.

Die Schoner haben zusätzlich noch eine (abnehmbare) Metallplatte an der Gelenkinnenseite bzw. der unteren Handfläche. Bei einem Sturz (auf glatten Oberflächen) kann also „gerutscht“ werden und somit das Gelenk selbst, zusätzlich, ein wenig vom Druck entlastet werden. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert. 🤓😂

Im Fazit: Für mich ein absolutes Muss – ich trage sie immer (außer bei wirklich langsamen Trainingsfahrten), andere sind ggfs. auch mit den Standard-Modellen gut bedient und kommen damit zurecht. Wer aber das Maximum an Sicherheit in Form von Handgelenkschonern sucht: Etwas besseres wird man aktuell kaum finden.

Wer sich den Import aus den USA gern ersparen möchte – der Wintersport-Online-Shop hat diese Schoner vorrätig und ist m. W. n. der einzige DE-Shop, der sie im Programm hat.

Protektorenhose

Sicherlich kein Must-Have (zumindest nicht für mich), allerdings habe ich mir tatsächlich eine Protektorenhose angeschafft, als ich ganz frisch mit dem Fahren begonnen habe. Einfach um (insbesondere) mein Steißbein bei Stürzen entsprechend zu schützen.

Ich hatte hier darauf geachtet, etwas leichtes zu nehmen, das man unter der normalen Kleidung tragen kann ohne das es zu sehr aufträgt.

Entschieden hatte ich mich hier für die „FlexForce X D3O Padded Shorts V2“, ebenfalls von Demon.

Die Hose bietet ein D3O-Pad am Steißbein, da sollte also nichts zu Bruch gehen. Ansonsten gibt es noch ein wenig seitlichen Schutz in Form von Polstern für die Hüfte und die Oberschenkel, sowie eine Polsterung für das Sitzfleisch. Aber im Grunde nichts, auf das ich nun (mit einiger Praxis) noch wirklich viel Wert legen würde und daher auch kaum noch trage. Einfach, weil diese Zonen irgendwie nicht meine primären Sturzzonen sind, aber das mag vielleicht auch bei jedem individuell ausgeprägt sein. 🤔😁

Mittlerweile trage ich die Hose kaum noch. Aber zumindest Anfänger machen mit einer Protektorenhose, insbesondere bei einem vorbelasteten Steißbein, sicherlich nichts verkehrt.

Knieschoner

Knieschoner sind, wie Ellenbogen- und Handgelenkschoner, ebenfalls ein elementarer Teil der Schutzkleidung.

Wer schonmal richtig fies auf die Kniescheibe gefallen ist, weiß wie weh so etwas (noch lange danach) tun kann und wie schnell man sich die dünne Haut dort aufreissen kann. Und auch beim Fahren mit einem EUC sind die Knie ganz vorn in der ersten Reihe, sollte es zu einem Sturz kommen.

Ich habe mich daher bei den Knieschonern auch für ein Modell mit D3O-Protektoren entschieden, ebenfalls aus der „Ambush“-Serie von Race Face und damit passend zu den Ellenbogenschonern.

Race Face „Ambush“ Knieschoner (Bildquelle: Race Face)

Der Vorteil bei diesen Knieschonern ist, das man nicht mit dem Fuss einsteigen muss. Sie sind aufklappbar und können somit sehr schnell an- und abgelegt werden, ohne das man hierfür die Schuhe ausziehen müsste.

Sie sitzen sehr gut, sind nicht eng und aufgrund der innenliegenden Polsterung auch niemals unangenehm oder drückend, auch nicht, wenn man sie direkt auf der Haut trägt.

Das Modell gibt es übrigens auch noch in einer Ausführung mit zusätzlichem Schienbeinschutz. Das halte ich aber für etwas übertrieben, das Schienbein ist eine Stelle, an der ich mich beim Fahren tatsächlich noch nie gestoßen oder verletzt habe (*klopft auf Holz*). 😁

Knöchelschoner

Kein Must-Have, aber für Anfänger sicher erwägens- und erwähnenswert.

Nach meinen ersten Runden ist mir aufgefallen, das mir tatsächlich die Knöchel weh taten und diese auch stark gerötet waren. Das lag daran, das man am Anfang immer noch sehr versucht ist das EUC mit den Beinen zu steuern und daher die Füsse sehr eng am Rahmen anliegend hat – das scheuert dann entsprechend an den Knöcheln.

Ich hatte mir dann sehr schnell ein paar günstige Knöchelschoner zugelegt, damit war das Problem direkt behoben.

Adidas Knöchelschoner (Bildquelle: Amazon)

Heute trage ich sie nur noch bei reinen Offroad-Fahrten, ansonsten nicht mehr. Entweder stehe ich mittlerweile (mit mehr Praxis) einfach besser oder meine Knöchel haben sich an die Belastung gewöhnt, ich weiß es nicht. 😁

Knöchelschoner sind sicher kein Must-Have, aber wer sich die Schmerzen am Anfang ersparen will, kann damit sicher nichts verkehrt machen.

Schutzjacke

Für die etwas kühleren Tage muss natürlich auch eine Jacke her. Ich wollte allerdings keine Motorradjacke o. ä. haben, ich finde einfach, das trägt zu sehr auf und passt nicht wirklich gut zu einem EUC.

Das denken offenbar auch viele Motorradfahrer, so gibt es durchaus „leichte“ Jacken in Form von Hoodies, bei denen auch schon entsprechende Protektoren eingebaut sind. Ich bin auch eher der Schönwetter-Fahrer und somit dürfte eine solche leichte Jacke/Hoodie für mich ausreichend sein.

Entschieden habe ich mich hierfür:

Booster Core Kevlar Hoodie (Bildquelle: Amazon)

Der Hoodie hat eingebaute Protektoren an Schultern, Ellenbogen und auch auf dem Rücken. Diese sind austauschbar und würden sich somit auch gegen Protektoren von D3O austauschen lassen. Aber für meinen Bedarf sind die (Standard)-Protektoren erst einmal ausreichend, so oft werde ich die Jacke eben auch einfach nicht tragen.

Das wäre dann meine aktuelle Schutzkleidung. Sicher kommt im Laufe der Zeit nochmal das ein oder andere Teil dazu, mal schauen. 😊

Was tragt ihr so oder könnt ihr zusätzlich empfehlen? Was benutzt ihr ggfs. noch darüberhinaus?


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