Welcome: Ninebot Z10

Im Januar 2019 hatte ich, erstmals und zufällig, die Gelegenheit, auf einem elektrischen Einrad (Electric Unicycle, kurz: EUC) zu fahren.

Zugegeben, es war ein kleines, doch relativ altes und auch langsames Modell, das auch schon einiges hinter sich hatte. Aber die kurze Fahrt hat gereicht, um bei mir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Kurzum: Ich war davon direkt begeistert. So ein Teil wollte ich mir unbedingt zulegen. Es war in den ersten Minuten zwar nicht wirklich einfach, aber offenbar ist mein Gleichgewichtssinn doch sehr auf zack und so habe ich tatsächlich nicht lange gebraucht, um mich schließlich doch auf dem Rad halten zu können – da wusste ich noch nicht, das sich das schon sehr bald ändern sollte. 🥴😅

Ich habe dann begonnen, ein wenig zu recherchieren. Welche Räder gibt es heute? Welche sind empfehlenswert? Was sind die Unterschiede und wo kann man solche Sportgeräte überhaupt kaufen?

Im Endeffekt habe ich mich für ein Modell von Ninebot (Segway) entschieden. Früher ein US-amerikanischer Hersteller, heute fest in China-Händen. Dem einen oder anderen sagt der Hersteller bzw. das gleichnamige Gefährt vielleicht etwas – ab und an kann man dessen zwei Räder mit Lenkstange (“Segway”) durchaus auch auf unseren Straßen sehen und auch E-Scooter hat man lange im Programm.

Derlei Geräte sind allerdings nichts für mich. Der Segway erweckt bei mir eher den Charme eines “Rentnermobils” und bei einem E-Scooter fehlt mir tatsächlich auch der sportliche Reiz bzw. die Herausforderung.

Diese ist mit einem E-Wheel definitiv gegeben. Zumindest am Anfang. Aber dazu später mehr.

Ich habe mich im Endeffekt für einen Ninebot Z10 entschieden. Das Teil hatte es mir direkt nach einigen YouTube-Videos angetan und vergleichbares, zumindest vom Design her, gibt es von anderen Herstellern einfach (noch) nicht.

Technische Daten

Maximale Geschwindigkeit
Geeignetes Alter
Eigengewicht
Batterie
Maximaler Steigungswinkel
Maximales Fahrergewicht
Fernbedienung
App Monitor
Bluetooth
Wasserabweisend
Motorleistung
Reichweite
Reifengröße
45 km/h
14 – 60 Jahre alt
24 kg
995Wh
25 °
25 – 150 kg
Nein
Ja
Ja
IP54
1800 W
90 km
Durchmesser: 18 Zoll / Breite: 4,1 Zoll

Weitere Informationen sind natürlich auch auf der offiziellen Homepage von Segway verfügbar.

Leider ist der Bezug nicht ganz einfach. Das Rad wird (noch) nicht offiziell in Europa verkauft, somit blieb nur der Import. Bei Gearbest, seit jeher mein Stammhändler für alles was (günstig) aus China kommen kann, bin ich dann fündig geworden. Hier lief zu der Zeit gerade eine Sales-Aktion inc. Zustellung innerhalb von 5 Tagen. Worauf also warten?

Gesagt, getan: Mein Z10 kam bereits nach 3 Tagen (aus dem Gearbest EU-Warehouse in Polen). An dieser Stelle nochmal Sorry an den Postboten (das Rad samt Paket hat knapp 29 kg auf die Waage gebracht), solche Pakete werden hier kein Dauerzustand. 😇😄

Der Z10 kurz nach der Ankunft

Ich musste das Rad dann erstmal aktivieren. Der Weg nach Europa war wohl doch ein längerer, gebaut wurde der Z10 in KW 42 (2018), die Batterien waren somit wirklich leer und mussten manuell “angestossen” werden um überhaupt wieder wach zu werden und das Aufladen starten zu können. Hier würde es jetzt zu technisch werden, diese Themen beschreibe ich daher ggfs. noch in einem separaten Beitrag.

Nach 12 Stunden war das Rad dann aber geladen und einsatzbereit. Zeit für ein paar erste “Testfahrten”.

Die erste Testfahrt

Eingangs beschrieb ich ja bereits, das mir das Fahren im Januar sehr leicht gefallen ist. Der Z10 spielt allerdings in einer gänzlich anderen Liga. Mit knapp 27 kg bringt er gefühlt das Doppelte an Gewicht auf die Waage als das Rad, das ich zuerst gefahren bin (und in guter Erinnerung hatte).

Auch der Reifen, die Leistung etc. – alles ist überdimensioniert(er) und, das hatte ich nach wenigen Minuten bereits schmerzhaft feststellen müssen, nicht mehr mit meinem Erfahrungen im Januar oder auch nur im Ansatz mit dem damals gefahrenen Rad zu vergleichen.

Ich musste somit tatsächlich bei 0 starten. Wie ein Kind, das zum ersten Mal allein Fahrrad fahren soll (ohne Stützräder!). Ohne Lehrer, ohne Anleitung. Also Augen zu und durch, kann ja nicht so schwer sein.

In Kurzfassung: Ich bin gestürzt, gestolpert, runtergeflogen, umgeknickt, in eine Pfütze gefallen und sah nach den ersten 2 Stunden aus, als hätte ich eine tagelange Überlebensschlacht im Dschungel hinter mir. Dem Z10 ist es nicht besser ergangen, aber die Ingenieure haben sich genug Gedanken gemacht und somit hat er bislang alles an Crash’s, abgesehen von ein paar Kratzern, gut überstanden.

Ja, in den ersten Tagen ist es tatsächlich erschreckend schwierig mit so einem Rad zu fahren. Es ist deprimierend, schmerzhaft und manchmal ist man kurz davor alles hinzuwerfen und den Schrott schnellstmöglich wieder loszuwerden. Es ist Training pur – alle Muskeln, von den Füssen bis hoch in den Rücken, sind Anfangs involviert und schmerzen dementsprechend – spätestens am nächsten Tag (niemand soll sagen, ich hätte nicht öffentlich gewarnt!). 😅

Aber dann kommt urplötzlich der sog. “Klick” und der Körper hat verstanden worum es geht und stellt sich entsprechend ein. Das lässt sich (leider) nicht wirklich steuern oder erzwingen. Bei mir war es dann am dritten Übungstag soweit. Ich bin dann zwar immer noch hier und da gestürzt oder ins Straucheln geraten und an Wendemanöver, sowie das Auf- und Absteigen, ohne dabei wie ein Vollidiot auszusehen, war noch längst nicht zu denken.

Aber das alles hat sich jetzt, nach knapp 6 Wochen (mal mehr, mal weniger) gelegt und mittlerweile fahre ich zig Kilometer am Stück, kann wenden, drehen und im Kreis fahren. Ich stürze tatsächlich nur noch, wenn die Straße oder der Weg uneben sind (und ich zu schnell bin) oder eine fiese, zu spät gesehene Bodenwelle o. ä. mich zu Fall bringt.

Es macht einen Riesenspaß damit zu fahren. Es ist kein Vergleich zu allem, was man bisher so kannte oder gefahren hat und vermittelt beinahe ein Gefühl als würde man Fliegen. Man kann das mit Worten schlecht beschreiben, man muss es tatsächlich selbst erlebt haben und ich kann nur empfehlen es zumindest einmal auszuprobieren.

Wie man es am besten lernen kann und welche Tipps & Tricks ich für Anfänger aus eigener schmerzlicher Erfahrung habe, beschreibe ich in einem neuen Beitrag oder in einem entsprechenden Video, das würde hier den Rahmen sprengen. Hier wollte ich erstmal nur das Rad und die Gründe für dessen Anschaffung vorstellen, somit findet dieser Beitrag hier erstmal ein Ende.

Fahrt ihr selbst auf einem E-Wheel oder habt vor es ggfs. zu lernen? Für welches Modell habt ihr euch entschieden und warum? Schreibt es gern in die Kommentare.